Rumänien habe ich schon oft besucht, da ich dort geboren bin und von 1981 - 1990 dort gelebt habe komme ich dort sehr gut zurecht. Ich muss aber sagen das sich vieles verändert hat seitdem ich von dort weg bin. Manche Dinge sind gleich geblieben. Es gibt aber immer weniger Plätze die seit meiner Kindheit gleich geblieben sind. Was nahezu gleich geblieben ist ist das Haus in dem meine Großeltern gewohnt haben. Wenn ich das Haus betrete fühle ich mich weit in die Vergangenheit zurück versetzt. Der alte Ofen in der Küche in der meine Großmutter immer gekocht hat steht noch in der selben Ecke. Gegenüber steht noch der selbe alte Holztisch mit seiner Plastikdecke. Daneben die zwei alten Holzstühle, teilweise von Holzwürmern angefressen ( man sieht es an den kleinen Löchern die das Holz schmücken!). An den Wänden stehen immer noch die alten Gemälde von meiner Großmutter mit den biblischen Sprüchen drauf. Das Waschbecken rostet mit seinen Leitungen vor sich hin. Im Flur steht noch der alte Kühlschrank, seit Ewigkeiten wurde er nicht mehr benutzt. Gegenüber der alte Kleiderständer, mein Großvater pflegte hier immer seine Hüte abzulegen ( Er verließ nie das Haus ohne Hut!). Dann folgt das Schlafzimmer, mit dem alten Kleiderschrank ( auch hier haben Holzwürmer ihre Spuren hinterlassen) und den Farbingen Gardinen mit ihren Blütenmustern. Ein kleiner Tisch mit einem alten Fernseher säumt ebenfalls das Zimmer. 2m Gegenüber liegt das riesige Schlafsofa meiner Großeltern, darüber hängen alte Wandteppiche mit orientalischen Mustern, darüber ein Bild von Jesus mit Heiligenschein wie er ein paar Schafe hütet (die Schafe sollen wohl wir Menschen darstellen!). in der Ecke steht ein alter Holzofen aus Terrakotta in Weinroter Farbe. Ich erinnere mich wie mein Großvater in kalten Wintern immer große Holzbrocken reinschmiss die er zuvor natürlich selbst gehackt hatte. Ich stand als Kind oft im Winter in der Küche, meine Oma kochte. Am liebsten mochte ich wenn sie Meiskörner mit Zucker kochte. Von Mais konnte ich nie genug kriegen. Liegt wohl auch daran das es nur ab August Mais gab. Wenn ich das Haus verlasse sieht es so aus als ob meine Großeltern gleich vom Markt oder von der Kirche zurück kämen, sie könnten jeden Augenblick zurück kommen.
Leider wird da nie wieder jemand kommen. Das Haus steht seit Jahren unbewohnt da. Gegenüber im anderen Haus wohnten meine Eltern und ich. Wir sind wie gesagt schon 1990 nach Deutschland gezogen. Später wohnten meine Cousine und ihre Familie in dem Haus. Doch auch sie kamen vor ein paar Jahren nach Deutschland. Jetzt zerfällt alles. Niemand mehr da, alles leer. Die Ruinen dieser zwei einst schönen Häuser stehen zum Vekauf, doch wer soll sie kaufen? Vielleicht kauft sie eines Tages jemand um sie abzureißen um was neues darauf zu bauen. Dann wird nichts von meiner Vergangenheit außerhalb meiner Erinnerungen mehr existieren. Deswegen reise ich jedes Jahr nach Rumänien um mir die Landschaft einzuprägen und zu fotografieren. Es ist immer eine Reise in die Vergangenheit.
Hier ein paar Bilder aus den Südkarpaten und den niedrigeren Westparpaten, auch bekannt als Apuseni Gebirge.
Das erste bild habe ich kurz hinter meiner Geburtsstadt Sebes/ Mühlbach gemacht. Es liegt in einem Tal zwischen den Süd- & Westkarpaten. Hier sieht man die Ausläufer der Westparpaten. Mein Großvater kam aus den Westkarpaten. Eigentlich hat er uns sehr viel Land dort hinterlassen. Mein Vater verspricht seit Jahren sich darum zu kümmern.
Hier sieht man die Ausläufer der Südkarpaten, ganz in der Nähe befindet sich mein Geburtsort. Dies Bild habe ich im August gemacht. In Rumänien werden die Felder nach der Ernte verbrannt.
Das Bild ist schon etwas weiter oben in den Südkarpaten, es zeigt den Weg den ich bereits zurück gelegt hatte. Meine Frau und ich wollten eigentlich auf eine neu gebaute Straße über die Karpaten, die mittlerweile Höchste des Landes, die Transalpina, soweit ich weiß ist sie 2078m hoch. Leider haben wir uns verfahren. Aber die Landschaft war auch hier schön.
Gegenüber dem vorherigen Bild war diese Landschaft zu sehen, Bergspitzen, sehr schön!!!
Zwischendurch machte ich dieses Bild.
Wir fuhren immer weiter durch das Gebirge. Ich hatte nur ungefähr eine Ahnung wo wir uns befanden, zum Glück hatte ich eine Landkarte dabei, es gab nicht viel Empfang auf den Handys hier.
Hier hatten wir das Gebirge größtenteils zurück gelassen, die Berge wurden wieder Flacher. Dafür gab es nun wieder Heuhaufen nach Balkan Art zu sehen.
Ein Bild aus den Südkarpaten. Wir überquerten die dieses Jahr durch das Olttal, der Durchbruch liegt hier etwas höher als 300m. Also ziemlich niedrig. Die Berge sind hier nicht sehr hoch, dafür sehen sie umso weiter man sich dem Ende des Durchbruches nähert immer mediterraner aus. Leider konnte ich bei den spektakulärsten Stellen nicht anhalten um Fotos zu machen.
Noch ein Bild von der selben Stelle aus fotografiert, voll reingezoomt.
So sah es nämlich aus wenn man voll rausgezommt hatte. Toll fand ich das in dem Moment eine Lok vorbei fuhr.
Hier der Durchbruch durch die Karpaten, kurz vor dieser Stelle gab es viel schönere Stellen, wie gesagt leider konnte ich nicht zum fotografieren anhalten. Zu riskant.
Mal ein Bild aus den Westkarpaten. Der höchste Gipfel hier ist lediglich 1848m hoch, also etwas höher als der Schwarzwald. In den Westkarpaten leben keine Bären, die findet man nur in den Ost- und Südkarpaten.
Der Stausee "Oasa" 80km südlich von meiner Geburtsstadt. Als Kind war ich mehrmals mit meinen Eltern hier. In Rumänien ist es üblich das man nach dem Urlaub am Schwarzen Meer für ein paar Tage zum erholen in die Berge fährt.
Ebenfalls ein Gipfel aus den Südkarpaten.
"Varful lui Patru", mit ca 2100m der höchste Gimpfel in der Nähe meiner Geburtsstadt. Über diesen Weg kann man auch die Karpaten von Siebenbürgen in die Walachei und natürlich auch andersrum überqueren.
Nahansicht der Kirche im Klosters "Ramet", in den Westkarpaten.
Die Kirche des Klosters.
Hinter dem Kloster steht dieser Berg. Was Spektakulär ist, gegenüber steht ein ähnlicher Berg, in der Mitte ein kurzes Tal. Man kann sich so positionieren das man das Kloster in der Mitte zwischen den beiden Bergen sieht. Konnte ich an dem Tag leider nicht tun, es waren zu viele Besucher da. Mittlerweile ist das Kloster sehr gut von Touristen besucht.
Der Gipfel "Caraiman" neben der Stadt Brasov ( Kronstadt), 2384m hoch. Damals hatte ich noch nicht viel Ahnung vom fotografieren. Es ist verkehrt am Tag mit ISO 3200 zu fotografieren. Mehr konnte ich aus dem Bild leider nicht rausholen.
Natürlich habe ich viel mehr Bilder. Ich offe ihr habt den kleinen Einblick in den Karpaten genossen!!!!















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