Jeder Mensch hat einen, oftmals mehrere Sehnsuchtsorte auf der Welt. Meiner war schon immer Rumänien, genauer gesagt Transsilvanien/ Siebenbürgen. Dies mag daran liegen das ich dort geboren wurde. Es mag aber auch an der Landschaft liegen. Bilder geben manche Dinge schwer wieder. Jedes mal wenn ich dort war, konnte ich die Landschaft nur schwer greifen. Es liegt ein Schleier über der Landschaft, etwas mystisches, etwas unbekanntes. Etwas was man nicht greifen kann und doch scheint es irgendwie da zu sein. Wer schon mal dort gewesen ist, kann meine Gedankengänge sicherlich nachvollziehen.
Die ersten fünf Bilder zeigen die Landschaft aus dem Unterwald in Südsiebenbürgen. In dieser Gegend wurde ich geboren, genauso wie die Familie meiner Großmutter väterlicherseits sowie beide Eltern meiner Mutter. Auf dem zweiten Bild sieht man das Dorf Reciu/ Rätsch. Mein Großvater wurde dort geboren.
Der Unterwald ist mit der südlichste Landesabschnitt in dem Siebenbürger Sachsen siedelten. Dahinter in Richtung Karpaten gibt es nur noch rumänische Dörfer. Mitten in den Karpaten verläuft die Grenze zwischen Transsilvanien und der Walachei.
Auf den nächsten zwei Bildern sieht man die Westkarpaten, die niedrigsten Karpaten. Auf rumänisch werden sie Muntii Apuseni genannt. Die Berge wo die Sonne untergeht. Mein Großvater väterlicherseits stammt aus dieser Region. Die Bewohner der Westkarpaten werden zwischen Moti und Mocani unterschieden. Die Moti leben in den Bergen, die Mocani wohnen in den Tälern. Sie Bilden innerhalb der Rumänen eine Art eigene Volksgruppe, dies ist allerdings eher weniger bekannt.
Die restlichen Bilder zeigen die "Cheile Turzii", die Thorenburger Schlucht. Die Stadt Turda die nicht weit entfernt liegt gab dem Canyon seinen Namen. Hier fand im Mittelalter eine große Schlacht zwischen dem Osmanischen Reich und der Armee Mihai Viteazuls, dem Rumänen der im Jahr 1600 zum ersten mal alle rumänischen Fürstentümer zu einem Land vereinigt hatte. Allerdings nicht für lange Zeit. Nachdem er die Fürstentümer vereinigt hatte. Bat er in Wien und Berlin um Hilfe gegen die Türken. Er wollte sie aus Europa verdrängen und Konstantinopel befreien. Den ungarischen Adligen missfielen seine Ambitionen und sein militärischer Aufstieg, er wurde kurze Zeit später vergiftet.
Ein paar Impressionen aus dem Canyon. Anfangs ist der Weg noch gut begehbar. Mit einigen sehr holprigen Brücken über den kleinen Fluss. Später wird die Schlucht enger und der Weg sehr waghalsig. Ich war mit meiner Frau und meinen Kindern hier, irgendwann wurde der Weg zu abenteuerlich und wir mussten umkehren.
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